Unter diesem Titel erschien heute ein Beitrag im Tagesspiegel Background zur aktuellen Situation der Telematikinfrastruktur (TI). Die elektronische Arbeitsunfähigkeit (e-AU), eingeführt zum 1. Oktober ebenso wie das e-Rezept, funktioniert meist nicht, der Feldversuch zum e-Rezept musste verlängert werden, Einfaches wird unnötigerweise kompliziert gemacht.

Noch ganz zu schweigen, wie unwirtschaftlich sowie im Praxisalltag unnötig das ganze TI-Projekt ist. Auch wenn der Protest in den letzten Monaten leiser zu werden schien, stehen grundsätzliche Bedenken weiter im Raum. Nur unter dem Sanktionsdruck des Honorarabzugs haben sich viele Ärzte und Therapeuten jetzt noch an das Datennetz angeschlossen. Begeistert ist kaum jemand. Die damit auch betriebene elektronische Patientenakte wird zum Rohrkrepierer werden. Weil man die Basis bei der Entwicklung nicht mitgenommen hat.

Mal sehen: mit Blick auf ältere niedergelassene Kollegen, die wegen der TI vorzeitig aufhören, will die KV Hessen nun Sanktionen aussetzen. Das ist schon mal gut. Aber dies muss gleichermaßen für alle gelten, altersunabhängig, weil die Versorgung auch nicht besser wird, wenn sich Kollegen innerlich von einer guten Versorgung – frustriert von Bestrafung wegen Technikzwangs statt Anerkennung für die täglich oft schwere Arbeit – verabschieden.

Komplex und störungsanfällig

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