Marc Beise, Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, meinte dies im „Presseclub“ der ARD am 29.11.2020.

Die Äußerung fiel, nachdem ein Vorredner gerade die Sicherheitslücken der Telematikinfrastruktur angesprochen und auch auf nötigen Datenschutz und Datensicherheit für die elektronische Patientenakte hingewiesen hatte. Für diese baute Thomas Ballast, stv. Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, auf der MEDICA im November schon mal vor:

„Es wird hier und da zu Ausfällen und Problemen am Anfang kommen.“

Auch der Chef der Betreibergesellschaft gematik, Markus Leyck-Dieken, sprach bei dieser Veranstaltung davon, dass die Situation zu Beginn einem strukturiertem Feldtest gleichen werde. Man mag dies für harmlose digitale Gadgets wie Spiele, Konsum-Software oder Chat-Funktionen mit Trial and Error machen können. Ob das bei so sensiblen Daten, wie es Gesundheitsdaten nun mal sind, sinnvoll ist? Ärzte, Therapeuten und Patienten werden so zu technologischen Versuchskaninchen.

Aber egal, weil Digitalisierung muss eben sein. Und wie man das geschickt verpacken kann, und was das mit Zwang zu tun hat, sehen wir im nächsten Zitat – demnächst.

 

Das Zitat (2): „Digitalisierung heißt auch, etwas zu probieren, etwas in den Sand setzen, über’s Ziel hinausschießen, sich korrigieren müssen, das ist immanent für Digitalisierung.“

2 Kommentare zu „Das Zitat (2): „Digitalisierung heißt auch, etwas zu probieren, etwas in den Sand setzen, über’s Ziel hinausschießen, sich korrigieren müssen, das ist immanent für Digitalisierung.“

  • 8. Dezember 2020 um 15:59
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    SPD macht mit neuen Forderungen auf sich aufmerksam:
    “Im öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) fehle es „an Personal und technischer Ausstattung“, erklärt die SPD in dem Papier. ”
    Tja, waren die nicht nur mit einer kurzen Unterbrechung von 2009 -2013 seit Rot-Grün unter Schröder an allen Gesundheitsreformen massgeblich in der Koalition beteiligt?
    “Auch das Meldesystem für Infektionskrankheiten, mit dem die Gesundheitsämter Fälle weiter bis an den Bund melden, müsse dringend digitalisiert werden. Auch das wäre eine Aufgabe für den Bund.”
    Ach … wie nett, vielleicht etwas Zwang ausüben?
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article222027886/Gesundheitspolitik-Die-SPD-fordert-nun-eine-neue-Super-Gesundheitsbehoerde.html

  • 6. Dezember 2020 um 16:06
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    Aus dem Jahre 1973, Kanzlerschaft Willy Brandt, sozial-liberale Koalition … gefunden im Deutschen Ärzteblatt:
    “In seiner Regierungserklärung sagte Bundeskanzler Brandt:
    ‘Neuerungen auf dem Gebiet der Informationsverarbeitung und Kommunikation beeinflussen mehr und mehr die technisch-wirtschaftliche Entwicklung, aber auch das Zusammenleben der Menschen. Für den Ausbau des technischen Kommunikationssystems wird die Bundesregierung zusammen mit den Ländern… ein Konzept entwickeln.
    Die Technik der elektronischen Datenverarbeitung muß auch für den Bereich der sozialen Sicherung und der Gesundheitssicherung nutzbar gemacht werden.
    Dabei haben wir darauf zu achten, daß die Persönlichkeitssphäre geschützt, der Verschwiegenheitsanspruch des Patienten gewährt wird. Entwicklung und Einführung dieser Technik in diesem Bereich erfordert gleichzeitig die Entwicklung einer ausreichenden Datenschutztechnik und Datenschutzgesetzgebung. Dem werden wir großen Wert zumessen.'”
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/184752/Schwerpunkte-der-Bundestagsarbeit

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