… sagt unser Gesundheitsminister Jens Spahn. Ehrlich gesagt, will ich, dass alles noch so ist wie in 2009. Oder war damals die Medizin in Deutschland vorsintflutlich und schlecht? So dass sie jetzt durch die herrliche Digitalisierung und Telematik auf Vordermann gebracht werden muss? Computer machen offenbar gesund, könnte man meinen.

Jens Spahn hatte sich, wohl noch im Übereifer nach Bekanntgabe seiner Kandidatur für den CDU-Vorsitz drei Tage zuvor, auf einer Podiumsdiskussion zur Zukunft des Gesundheitswesens geäußert. Das werde sich, einem Bericht auf aend.de zufolge, rapide und rasant verändern. Und zur Telematik meinte er: „Der Konnektor ist nicht beliebt, aber er muss sein. Das ist kein rausgeschmissenes Geld“.

Überzeugende Argumente, ja wirklich: „Muss sein. Kein rausgeschmissenes Geld“. Nötig sei das sichere Netz zwischen den Institutionen. Wie gut das funktioniert, konnte man ja heuer an Norwegen und Singapur sehen, die beide im Gesundheitswesen gehackt wurden.

Aber der junge ehrgeizige Mann will noch mehr, nämlich nicht mehr so viele schwere Plastik-Karten mit sich herumschleppen, sondern: „mein Ziel ist, dass künftig alles biometrisch geht“. Alles? Was meint er? Nicht nur beim Arzt, sondern auch beim Einkauf, im Zug, und auch sonst überall? Ein wahrer Grusel-Science-Fiction, der hier Realität werden soll.

Aber es wird ja alles ganz „cool“, so Spahn! „Wenn es die Behandlung besser macht und wenn es cooler ist als vorher, dann wollen doch alle dabei sein.“ Gemeint sind die Ärzte. Ob die aber dabei sein wollen, oder vielmehr dabei sein müssen, weil der Druck zur Anschaffung der TI immer mehr steigt, ist hier mal noch die Frage.

Leider habe ich für 2025 noch nicht den Ruhestand geplant. Ich will nicht dabei sein – nicht bei der Telematik, nicht bei der biometrischen Erkennung, nicht bei all der Datenanhäufung, die da erst noch auf uns zu kommt!

Kollegen schreiben schon, sie hätten ja eine Familie zu ernähren, und sowieso schon Ärger mit ihrer Kassenärztlichen Vereinigung, würden sich also lieber unauffällig verhalten wollen, auch wenn sie die Telematik reichlich überflüssig finden würden. Soweit sind wir also schon (wieder?), dass man sich überlegen muss, wie viel Widerstand man sich überhaupt leisten kann!

„Wer will, dass alles noch so ist wie in 2009, der wird 2025 nicht mehr dabei sein.“