Bei einem e-Health-Kongress in Berlin zeigte sich Gesundheitsminister Jens Spahn wieder einmal begeistert von der Digitalisierung im Allgemeinen und der Telematik im Besonderen. Auf die Frage oben antwortete er einem Bericht auf aend.de zufolge gleich selbst: „Eine solche App gibt es schon und sie wird immer besser.“ Keiner könne wissen, was in fünf Jahren alles möglich sei.

Erschreckend, wie die Technokraten immer mehr das Sagen haben. Bald werden wir also die Patienten rein nach Stimme diagnostizieren. Mittelfristig übernehmen das dann Apps und Algorithmen. Die können dann sicher auch behandeln. Auch hierfür gibt es schon Apps, die etwa regelmäßig das Befinden abfragen. Psychiater, packt ein! Ihr werdet nicht mehr gebraucht!

Technik first, Beziehung second?

Beitrag heute in der SZ darüber, dass 5G auf allen Äckern notwendig sei. Ein Landmaschinenhersteller fordert flächendeckendes schnelles Internet, damit Rückmeldungen über die Bodenbeschaffenheit quasi in Echtzeit möglich sind. Was das mit der Telematik zu tun hat? Nun, Beziehungen sind nicht mehr nötig, weder zu Patienten noch zur Natur. Wir regeln alles technisch. Leider brauchen wir dafür viel Ressourcen und Energie, die so ohne Weiteres bald nicht mehr verfügbar sein werden. Ist aber ein anderes Thema.

Spahn verglich dann noch die digitale Patientenakte mit dem Smartphone. Klar habe man bei der Nutzung an vielen Stellen vorbehalte, mache sich Sorgen, wie die Daten vielleicht missbraucht werden könnten, „aber dann merkt man: Das macht das Leben viel einfacher!“ Das würde die Einstellung dazu schnell ändern.

„Wir haben bis jetzt das sicherste Netz auf der Welt, nämlich gar keines.“

Fazit also: egal, wie die Daten missbraucht werden (wie heute schon von Amazon, facebook und wie sie alle heißen, Geheimdienste inclusive), Hauptsache das Leben wird viel einfacher. Ist schon wirklich ein hartes und schweres Leben, das wir heute führen, mit dezentralen Patientenakten, direkten Gesprächen, Hände schütteln und „Grüß Gott“ sagen etc.. Alles bald nicht mehr nötig.

Da freuen wir uns auf die nächsten Gesetze, die laut Christian Klose auch bald kommen würden. Laut aend.de sieht auch er einen dringenden Zeitdruck bei der Digitalisierung. Denn, so Klose: „Wir haben bis jetzt das sicherste Netz auf der Welt, nämlich gar keines.“ Na, dann ist doch gut so …!

„Was ist, wenn wir psychische Erkrankungen über die Stimme erkennen können?“ (Spahn, 12.12.18)