Am 2.9. wurde die Petition in Berlin eingereicht. Zwei Tage später bereits erschien ein Beitrag in der Medical Tribune. Und wiederum zwei Tage später berichtete der Ärztenachrichtendienst aend.de.

In der Kollegendiskussion zu diesem Beitrag meinte gleich der erste „Redner“, ein selbstständiger Arzt bittet nicht, sondern stellt Forderungen. Ah ja. Ich glaube, da verkennt jemand die schlechte Position, die wir in der politischen Diskussion momentan haben. Es interessiert sich kaum jemand für unsere Anliegen! FDP-Chef Lindner träumte diese Woche vom „papierlosen Gesundheitswesen“ (nur gut, dass er nicht gleich ein papierloses Sanitärwesen forderte; der Toilettenbetrieb gehört schon längst mal durchdigitalisiert …!).

Ein anderer Kollege findet einen Systemausstieg aus der Kassenmedizin sinnvoller. Der wurde schon jahrzehntelang gefordert, und scheitert immer wieder an der mangelnden Solidarität der Ärzte und Verbände untereinander.

Spricht man mit Bürgern, äußern junge Menschen oft, kein Problem mit einer online-Patientenakte zu haben. Sie hätten ja nichts zu verbergen. Aber wehe, wenn später mal eine Lebensversicherung abgeschlossen werden soll! Und schon Daten im Netz gelandet waren.

Auch wollen wohl viele Patienten gerne, dass ihre AU gleich elektronisch an die Krankenkasse geschickt wird. Das mag sein. Aber wo bleibt die Eigenverantwortung? Wenn Rezept und AU durchs Netz gejagt werden, bekommt der Patient ja gar nicht mehr mit, was damit passiert. Er will ja vielleicht erst in Ruhe überlegen, in welche Apotheke er geht, und sollte ruhig den AU-Zettel selbst in den Umschlag an die Krankenkasse stecken.

Ein Einwand lautet auch, Patienten könnten ja selbst entscheiden, ob und welche Daten auf der elektronischen Patientenakte gespeichert werden sollen. Unfreiwillig sei es nur für die Ärzte und Therapeuten. Ja, das stimmt. Aber der Druck der Kassen, Patienten mit Rabatten zur Freigabe ihrer Daten zu drängen, wird kommen! Man sieht das ja jetzt schon bei Auto-Haftpflichtversicherungen!

Ein Kollege schildert auf aend.de, dass die allermeisten Patienten haben wirklich keine Ahnung hätten, um was es sich bei der ganzen Sache handelt und wie es um ihren persönlichen Datenschutz bestellt sein kann. Sie würden nach Aufklärung zu 100% unterschreiben. Und nur wenn man Bescheid weiß, kann man entscheiden, ob man seine sensiblen Krankheitsdaten dann in einer Cloud speichern lassen will – oder eben besser nicht.

Die Petition ist ein Werkzeug unter vielen, gegen den Unsinn der TI und ePA vorzugehen. Klagen gegen den Honorarabzug werden nötig sein, und manches mehr. Aber um Bevölkerung und Medien zu sensibilisieren, lohnt sich der Aufwand!

 

Petition – Resonanz und erste Erfahrungen

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