Noch eine Meldung von aend.de heute: nachdem die große Koalition ja vielleicht nicht mehr lange hält, wollen Karl Lauterbach und Jens Spahn die digitale Revolution im Gesundheitswesen schnell noch vollziehen. Lauterbach spricht hier von „Killer-Apps“ für die elektronische Patientenakte, bei denen Patienten personalisierte Gesundheitsleistungen angeboten würden, etwa von Krankenkassen. „Wir machen den Weg für einen Markt frei, den es so in Europa noch nicht gibt“, wird Lauterbach bei aend.de zitiert.

Keine Ahnung, was „Killer-Apps“ genau sein sollen. Allein der Begriff spricht schon Bände. Der Datenschutz wird mit all dem sicher „gekillt“! Im schönen Terminservice- und Versorgungsgesetz sollen demnach die Krankenkassen unter anderem dazu „verpflichtet werden, ihren Versicherten die elektronische Patientenakte (ePA) ab spätestens 2021 zur Verfügung zu stellen, und zwar auch über Smartphone-basierte Apps, mit denen Versicherte auf sämtliche Gesundheitsdaten jederzeit und ohne ihren Arzt zugreifen können“, so aend.de.

Ja, richtig gelesen, der Arzt und damit wohl auch sein Konnektor werden dazu gar nicht mehr unbedingt gebraucht. Wozu also das Ganze?

Die ePA, also elektronische Patientenakte, werde eine „Dynamik freisetzen“, die den „Einstieg in die Digitalisierung der medizinischen Versorgung“ bedeute, meinte Lauterbach, so auf aend.de.

„Digitalisierung der medizinischen Versorgung“? Wie naiv kann man sein! Was könnte man mit dem ganzen Geld Wichtigeres tun? Für Asthmakranke, „klimaadaptierte Medizin“ (so das Dt. Ärzteblatt vor einiger Zeit) und alte Menschen, gegen Luftverschmutzung, Internetsucht und Depressionen!

Aber es geht weiter. So könnten Patienten, wie Lauterbach bei aend.de weiter wiedergegeben wird, die ihre Daten freigäben oder auch ihre Suchverläufe im Internet, dann Angebote von Kassen oder Drittanbietern bekommen, zum Beispiel zu möglichen Betreuungsangeboten, Zusatzuntersuchungen, Hilfsmitteln und Medikamenten. „Unser Gesundheits- und Krankheitsbewusstsein wird sich dadurch ändern“, so Lauterbach laut aend.de.

Freigabe der Daten und der Suchverläufe im Internet!? Ja, Sie haben wieder richtig gelesen. Mein Gerechtigkeitsbewusstsein und meine Sorge für Datenschutz und Privatsphäre wird sich aber nicht ändern, lieber Herr Lauterbach! Und das erst recht nicht, wenn dann auch noch biometrische Daten hinzugenommen werden, lieber Herr Spahn! Was, das sei hier nur am Rande erwähnt, auch in anderen Lebensbereichen droht!

Möge die GroKo bitte bald scheitern, baldmöglichst!

Ach ja, nochmal zurück zu den „Killer-Apps“. Laut wikipedia versteht man unter dem Begriff Killerapplikation (englisch: killer application) eine konkrete Anwendungssoftware (Applikation), die einer schon existierenden Technik zum Durchbruch verhilft, die zuvor auf wenig Interesse gestoßen ist, weil man keine Verwendung für sie gesehen hat.

An was erinnert uns das …?

 

 

Lauterbach und Spahn – gruselige Gesundheitswesen-Groko