Kaum im Amt, hat der neue Gesundheitsminister Jens Spahn für reichlich Wirbel gesorgt. Anfang Mai stellte er in einem FAZ-Interview die Gesundheitskarte in Frage, auch das seiner Ansicht nach offenbar altertümliche Einlesen der Karte mit gesonderten Geräten.

Etliche Kollegen jubelten schon. „Die Gesundheitskarte ist tot!“, so ein Eintrag auf aend.de. Ist sie aber nicht, und wäre sie auch nie gewesen. Und: es soll sowieso noch schlimmer kommen. Jens Spahn will 1 einzige digitale Identität, für das Bürgerbüro (Pässe beantragen etc.), das Finanzamt und eben das Gesundheitswesen.

Als Lektüre zu empfehlen: Dave Eggers, „Der Circle“. Hier kann man miterleben, wie sich die digitale Zwangskrake immer enger auf die Gesellschaft setzt. Alles zunächst aus gutem Willen. Aber eben auch mit Folgen: Nicht 100%-ig möglicher Datenschutz, Verfügbarkeit der Daten für Hacker und Staat.

Die Zwangsdigitalisierung, wie sie sich auch in anderen Bereichen vollzieht (Smart Homes, Schulen, Einkauf), ist wohl kaum aufzuhalten. Alles mitmachen, was man nicht gut findet, muss man trotzdem nicht. Das zumindest könnte die Geschichte uns gelehrt haben.

Gesundheitskarte – was wird daraus?